Weiterbildung für Selbstständige
Erfahrungsbericht über eine Weiterbildung für Selbstständige. Thema war die Kundenakquise mithilfe passender Kursbeschreibungen.
Weiterbildung, Beruf und Familie vereinen
Firmeninterne Fortbildungen finden in der Regel während der Arbeitszeit oder am Wochenende statt. Ist man selbstständig, muss man sich selbst um seine Weiterbildung bemühen. Aber das kann sich lohnen.
Als Freiberuflerin war es mir wichtig, meine Weiterbildungen so zu gestalten, dass weder mein Arbeitsalltag, noch mein Familienleben darunter leiden mussten. Kurse zur Weiterbildung können inner- oder außerhalb der eigenen Arbeitseinheiten frei gewählt werden, gerade bei privaten Anbietern ist es so, dass man sich den Termin recht frei aussuchen kann.
Ich persönlich fand intensive eintägige Kurse an Samstagen bisher ganz sinnvoll, da so der Arbeitstag nicht leidet und der Papa sich um die Tochter kümmern konnte – beide haben den Tag zusammen auf den städtischen Spielplätzen mit Fertigfutter vom Chinesen und Eis genossen. Die Organisation war also recht einfach und bestand aus wenigen Schritten: interessante Weiterbildung aussuchen, Termin festmachen und anmelden, Papa und Kind informieren, zu gegebenem Termin eine Lunchbox einpacken, fertig. Logistische Probleme gab es nicht, da die öffentlichen Verkehrsmittel samstags bis in den späten Abend hinein zuverlässig verfügbar sind.
Berufliche Situation
Als freiberufliche Dozentin und Texterin bin ich in der Lage, mir nicht nur die Arbeitszeit, sondern auch meinen Verdienst relativ frei selbst auszusuchen. Eine höhere Qualifikation schlägt sich letztendlich auch im Verdienst nieder, aber mit einer abgeschlossenen Universitätsausbildung als Ausgangspunkt sah es nie wirklich schlecht aus. Schwieriger ist es, als Dozent/-in für seltene Fremdsprachen Interessenten zu gewinnen, auch weil nicht alle Leute Geld in Weiterbildung und die Karriere investieren wollen oder können. Ich war daher in erster Linie an Weiterbildungen zur Werbung und Vermarktung der eigenen Angebote interessiert, da immer wieder Kurse mangels Teilnehmern ausfielen.
Kundenakquise für Selbstständige
Es ist etwas seltsam, als Dozentin selbst in einem Kurs zu sitzen und anderen Freiberuflern beim Dozieren zuzuhören – ganz interessante Parallelen zum eigenen Unterricht mögen sich genauso zeigen wie grobe Faux-pas der Dozierenden.
Ziel der Fortbildung, die an zwei Samstagen stattfand, war es, die eigenen Kursausschreibungen zu optimieren und Unterricht wie auch Ausschreibung spielerisch und interessant zu gestalten, ohne die Seriosität der Kurse ad absurdum zu führen.
Unterricht und Dozentinnen
Beide Samstage wurden von freiberuflichen Dozentinnen geleitet und auch die Lerngruppe setzte sich zu 95 % aus Frauen zusammen – bei meinen Kursen ist das Gegenteil der Fall. Es war also schon eine lehrreiche Ausgangssituation: Kurse für Frauen, die selbst unterrichten, sind etwas anders aufgebaut als allgemeine Sprachkurse für Erwachsene. Die Dozentinnen waren selbst in der Erwachsenenbildung tätig, wussten also ganz genau wovon sie sprachen.
Der Unterricht beschäftigte sich genau mit dem, was gelehrt werden sollte:
erster Tag des Kurses:
schreiben ansprechender und kurzer Kursausschreibungen
zweiter Tag des Kurses:
spielerische Unterrichtsgestaltung
Ich habe selten soviel Spaß wie beim Verfassen einer fachfremden Kursausschreibung gehabt. Können Sie aus dem Stegreif einen pfiffigen Text zur Bewerbung eines Kurses in der artgerechten Ernährung von nierenkranken Hunden verfassen?
Fazit
Weiterbildungen machen Spaß. Es lohnt sich, über den Tellerrand zu blicken und in den beruflichen Alltag der anderen Teilnehmer/-innen hineinzusehen, denn das bereichert fast mehr als die Weiterbildung selbst. Abgesehen davon habe ich festgestellt, dass man sich erstens unter Kollegen hilft, was Weiterempfehlungen angeht. Und dass zweitens sogar das englische Past Participle interessant ist, wenn es mit einer Runde Schwarzer-Peter einhergeht.

