Selbstverwirklichung kann anderen Menschen helfen. Dieser Erfahrungsbericht handelt von einer Umschulung zum Altenpfleger und den anschließenden Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt.
Erfahrungsbericht von Peter Richter
Soziale Selbstverwirklichung
Als ich 1991 in die Grafschaft Bentheim (Niedersachsen) zog, ahnte ich noch nicht, wie große Schwierigkeiten ich haben sollte, in meinem erlernten Beruf Chemielaborant hier einen Job zu bekommen. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit entschloss ich mich nach einer einjährigen Ausbildung zum Altenpflegehelfer im Jahre 2002 zu einer Umschulung zum examinierten Altenpfleger.
Ich bin ein sehr aufgeschlossener und hilfsbereiter Mensch und nach einigen Praktika, die ich in einer Altenpflegeeinrichtung an meinem Wohnort absolvierte, merkte ich, dass die Arbeit mit alten Menschen genau das Richtige für mich war. Ich wollte den Menschen helfen, die in unserer Gesellschaft meiner Meinung nach eine viel zu schwache Lobby besitzen, denn schließlich werde auch ich einmal alt.
Umschulung Altenpfleger
Die Agentur für Arbeit fand mein Vorhaben sehr gut und unterstützte mich während der drei Jahre Ausbildung durch die Fortzahlung des Arbeitslosengeldes, sodass ich auch finanziell abgesichert war. Mit meinen fast 50 Jahren (geb. 1953) war ich mit Abstand der älteste in meiner Klasse und auch der einzige Mann, aber das war nur von Vorteil.
Anfangs traten, bedingt durch die Altersunterschiede vereinzelt Probleme mit meinen Mitschülerinnen auf, aber danach lief alles wie am “Schnürchen”. In meinem beruflichen Leben hatte ich ja immer viel lernen müssen, und so machte mir der Lehrstoff wenig Schwierigkeiten.
Altenpflege: Theorie und Praxis
Meinen praktischen Teil absolvierte ich in einem Altenpflegeheim am Wohnort, den theoretischen Part an einer Altenpflegeschule in der Niedergrafschaft. Das Verhältnis Praxis/Theorie war ca. 50/50 mit sich abwechselnden Blöcken. Mir machte die Umschulung sehr, sehr viel Spaß und auch die Arbeit mit und an den alten Menschen erfüllte mich hundertprozentig.
Meine Lebensgefährtin war richtig stolz auf mich, weil ich Topnoten nach Hause brachte. Etwa zur Hälfte der Ausbildungszeit musste ich eine theoretische und praktische Prüfung ablegen, kein Problem für mich. Mit den Mitschülerinnen verstand ich mich prächtig und war so etwas wie der Hahn im Korb.
Bewerbung nach Umschulung
Ungefähr ein halbes Jahr vor Beendigung der Ausbildung, Anfang 2005, begann ich mich bei allen Altenpflegeeinrichtungen in der Umgebung zu bewerben, merkte aber schnell, dass ich aufgrund meines Alters Probleme bekommen würde. Ich bekam nur Absagen, sodass ich mich gezwungen sah, einen Job als Altenpfleger auf der Nordseeinsel Langeoog anzunehmen. Im August 2005 legte ich mein Altenpfleger-Examen mit einer Durchschnittsnote von 1,3 ab und trat am 1. September 2005 meine erste Stelle auf Langeoog an. Aus gesundheitlichen Gründen musste ich diese Stelle 2006 leider aufgeben.
Den Schritt einer Umschulung würde ich in dieser Art immer wieder machen und rate auch jedem jungen Menschen, den wunderschönen Beruf des Altenpflegers zu erlernen.
Wir bedanken uns bei Herrn Peter Richter für diesen interessanten und informativen Erfahrungsbericht.
Danke das er seine Erfahrungen mit den Lesern von kurse-weiterbildung.de teilt.
