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Technische Qualifikationen für die Zukunft

Technische Qualifikationen und Zusatzqualifikationen dürften am Arbeitsmarkt zunehmend intensiver nachgefragt werden. Das hat auch viel mit Rationalisierungsprozessen zu tun.

Ein Kommentar zur Entwicklung des Arbeitsmarktes.

Schwerer Berufseinstieg für Ökonomen

Student mit Notebook

© PantherMedia/Angela Shirinov

Es gab Zeiten, da schien es, als ob Ökonomen die großen Gewinner des Arbeitsmarktes wären. Berufe wie Finanzbroker, Unternehmensberater, Brand-Manager, PR-Profi oder selbst Controller wirkten auf viele Studenten wie ein Magnet. Ohne Frage werden diese Qualifikationen nach wie vor benötigt. Doch sind Bewerber auf diesem Gebiet einer extrem starken Konkurrenz ausgesetzt und haben es oftmals entsprechend schwer, einen Einstieg in ihrem anvisierten Bereich zu finden. Dass dieser Einstieg wegen der vielen Mitbewerber dann über lange Praktikumsphasen und schlecht bezahlte Stellen erfolgt, wenn nicht gar ganz misslingt, dürfte keine Seltenheit sein.
In den vergangenen Jahren hat die Wirtschaft immer wieder auf einen drohenden Fachkräftemangel aufmerksam gemacht und einen leichteren Zuzug von ausländischen Experten gefordert. Dass dabei vorwiegend an Buchhalter gedacht wurde, ist unwahrscheinlich.

Technische Qualifikationen gesucht

Der Arbeitsmarkt braucht verstärkt Ingenieure, Programmierer, Techniker und qualifizierte Facharbeiter. Die möglichen Einsatzgebiete sind vielfältig. Technisches Verständnis ist gefragt, vermutlich mehr denn je. Genau hier liegt eine große Chance für Berufsanfänger und Umsteiger.

Rationalisierung lässt Verwaltung schrumpfen

Der Verwaltungsbereich ist für Unternehmen ein großer Kostenfaktor, der keinen Umsatz macht, sondern den betrieblichen Leistungsprozess nur unterstützt – und teilweise auch erst ermöglicht. Ohne eine funktionierende Lohnbuchhaltung würde wohl kaum jemand aus der Belegschaft einen Finger krümmen, und wenn die Einkaufsabteilung nicht für eine stetige Zufuhr an Rohstoffen und Fertigteilen sorgt, bleibt die Produktion recht bald stehen. Trotzdem wurde in der Vergangenheit erfolgreich der Versuch unternommen, diesen Kostenfaktor durch den Einsatz von Software und aller möglicher Prozessoptimierungen schrumpfen zu lassen. Man kann Verwaltungsaufgaben inzwischen mit zunehmend weniger Personal durchführen.

Technikwissen für Produktion und Forschung

Die Fertigung benötigt aufgrund Robotertechnologie und anderer Entwicklungen wie andere Bereiche ebenfalls immer weniger Personal. Doch auch Maschinen und Computer müssen gewartet und bedient werden. Die Aufgaben mögen mit weniger Leuten gelöst werden können, doch der Qualifikationsanspruch an den Einzelnen ist gestiegen.
Dass Forschung und Entwicklung ebenfalls nach gut ausgebildeten Ingenieuren, Chemiker, Biophysiker, Mathematiker und ähnlichen Qualifikationen verlangen, ist sicher nichts Neues. Die Entwicklung der immer noch wachsenden Weltwirtschaft fördert diese Nachfrage, auch in den Industrieländern. Die Massenproduktion mag durchaus ins Ausland verlagert werden, die Forschung bleibt trotzdem oft in den ursprünglichen Industrienationen.

Bildungsnotstand und demografischer Wandel

Viele Schüler und Studenten weisen in den heutigen Zeiten häufig mathematische und technische Defizite auf. Dieses Bild vermitteln zumindest Untersuchungen. Subjektiv gesehen ist es auch leichter, die Maslowsche Bedürfnispyramide auswendig zu lernen, oder ein paar Regelungen zur Bilanzierung, als technische Vorgänge zu begreifen, die oft durch kompliziert wirkende Formeln ausgedrückt werden. Wer dazu dennoch in der Lage ist, sollte diese Stärke nutzen.
Die Chancen für die naturwissenschaftliche Bildung stehen hierzulande auch deshalb sehr gut, weil auf der einen Seite immer mehr Leute das Berufsleben aus Altergründen verlassen, während immer weniger nachrücken. Und das bei einem vermutlich steigenden absoluten Bedarf an technisch versiertem Personal.

Technische Mischqualifikationen

Arbeitnehmer anderer Berufsgruppen können den Bedarf an technischem Wissen ebenso für sich nutzen. Sie können möglicherweise mit sinnvollen Weiterbildungen Punkten, die beispielsweise ihren naturwissenschaftlichen Horizont erweitern. Das muss nicht immer gleich ein Mechatronik-Studium sein. Doch man könnte sich vielleicht durch gezielte Weiterbildung im Informatikbereich für Arbeitgeber wertvoller machen. Oder eben durch ein intensives Verständnis der Vorgänge in der Produktion.
Sich nun willkürlich technisches Wissen einzuverlieben, dürfte meist nicht sehr viel nutzen. Wahrscheinlich würde man sich nur verzetteln. Optimalerweise wird genau darauf geachtet, was der Arbeitsmarkt oder der Betrieb benötigt und wie man diesen Bedarf durch zusätzliche Qualifikation decken kann.




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