Sonderqualifikation durch Fernstudium
Erfahrungsbericht eines ehemaligen Studenten der Rechtswissenschaften. Um sich über eine Sonderqualifikation zu spezialisieren, wurde parallel zum juristischen Vollzeitstudium auch ein Fernstudium mit Fokus auf das Strafprozessrecht absolviert.
Basisqualifikation Jurastudium
Nach dem Abitur habe ich mich für ein Studium der Rechtswissenschaften entschieden. Da ich schon früh meine Vorstellungen darüber hatte, wie meine berufliche Zukunft aussehen soll, war ich mit dieser Wahl jedoch zunächst unzufrieden. Als entscheidender Aspekt stellte sich heraus, dass ich einige Sonderqualifikationen in der Fachrichtung des Strafprozessrechtes für meine Karriere zwar benötigte, an meiner regulären Universität aber nicht erlangen konnte. Hier blieb somit nur der Ausweg, diese Nachweise über ein paralleles Fernstudium zu erwerben. Auch wenn das Vorgehen riskant ist, da sich zwei Studiengänge zur gleichen Zeit schwer bewerkstelligen lassen und meine Angst in die Richtung ging, ich würde beides nicht schaffen können. Eine andere Möglichkeit sah ich dagegen nicht.
Alleinstellung durch Sonderqualifikation
Bei einer solchen Ausbildung ist die zeitliche Komponente zu berücksichtigen. Je länger man braucht, desto schwieriger wird es anschließend auf dem Arbeitsmarkt. Folglich ging es mir darum, viele Qualifikationen in der vorhandenen Zeit zu erreichen. Daneben lag mein Wunsch darin, ganz gezielt solche Fachgebiete abzudecken, die eine bessere Aussicht auf Beschäftigung bot. Denn gerade das juristische Studium ist oft überfüllt, wodurch sich nur eine schlechte Perspektive bietet. Wer dagegen solche Fächer belegt, die selten angeboten werden, aber dennoch ein fester Bestandteil der Rechtswissenschaften sind, der kann seine Chancen eventuell ein wenig verbessern. Darum entschied ich mich für das zeitgleiche vertiefende Fernstudium des Prozessrechtes.
Doppelbelastung Vollzeit- und Fernstudium
Meine Ängste bestätigten sich nicht: Das belegte Fach wurde einmal wöchentlich unterrichtet und veranschlagte dabei vier Zeitstunden am Stück. Dazu kam der gleiche Aufwand für die Vor- und Nacharbeiten. Da sich das in meinen Stundenplan integrieren ließ, war ein Problem somit beseitigt. Die andere Frage lag hingegen darin, wie qualitativ die Fernuniversität ihre Ausbildung gestalten würde. Hierzu lassen sich oft unterschiedliche Erfahrungsberichte finden. Entsprechend lange habe ich das für mich passende Institut gewählt – und lag auch damit weitgehend richtig. Denn es gelang mir, mein Wissen derart zu spezialisieren, dass ich beinahe eine kleine Nische in den gesamten Rechtswissenschaften belegen kann, die an sich im Studium ausgespart wird – aber dennoch sehr wichtig ist. Vorteilhaft gestaltete sich, dass es keine Präsenzphasen gab, bei denen wir Studenten zwingend anwesend sein mussten.
Der Aufbau des Fernstudiums erfolgte strukturiert. Es war bereits einiges Vorwissen nötig, worauf jedoch in der Beratung auch hingewiesen wurde. Zudem nannte uns der Dozent, der das Fach leitete, zum Beginn des Semesters einige vertiefende Standardwerke an Literatur, die begleitend zum Studium zu lesen waren. Der Unterricht selbst erfolgte in der Form, dass uns die Lehrinhalte oft über eine Powerpoint Präsentation zum Download zur Verfügung standen. Hier war das Wichtigste in relativ knapper Weise aufbereitet, sodass wir anhand der zu lesenden Lektüre die einzelnen Punkte genauer betrachten konnten. Wichtig war es zudem, immer wieder die persönlichen Sichtweisen des Dozenten zu erfahren und seinen Hinweisen auf Meinungsstreits oder unterschiedliche Theorien nachzugehen.
Fazit
Für mich hat sich durch dieses Fernstudium daher die Möglichkeit ergeben, wie gewünscht eine Sonderqualifikation zu erlangen, die ich an meiner regulären Universität nicht erhalten hätte. Die Laufzeit von zwei Semestern deckte den zugrunde liegenden Stoff gelungen ab und ließ sich zeitlich in das normale Studium eingliedern. Für mich war es somit kein Problem, diese Mehrarbeit zu leisten. Am Ende der Ausbildung stand sodann die einzige Präsenzphase, in der abschließend die Themen resümiert und in einer Klausur abgefragt wurden. Sicherlich ist mit dieser Qualifikation lediglich ein kleiner Stein für den Weg in die berufliche Zukunft gelegt. Allerdings ein solcher, den nicht jeder Absolvent vorweisen kann.
Markus Weber
(Name wurde geändert)

