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Maschineschreiben und Steno and der VHS

Ein Erfahrungsbericht aus der Öffentlichen Verwaltung. Für ein effektiveres Arbeiten wurden an der Volkshochschule Kurse für Maschineschreiben und Stenografie belegt.

Jurastudium für die Öffentliche Verwaltung

verwaltung

Ich war vor einiger Zeit insgesamt fünf Jahre in der öffentlichen Verwaltung beschäftigt. Diese Beschäftigung schloss sich einem Jurastudium an, das ich mit dem ersten Staatsexamen erfolgreich abgeschlossen hatte. Ich wurde also explizit nicht für diesen Beruf ausgebildet, konnte mich jedoch aufgrund meiner juristischen Vorbildung sehr schnell in die Thematik einarbeiten.

Die Tätigkeit umfasste neben Gesprächen mit Betroffenen, die hinterher möglichst genau protokolliert werden mussten, auch den Abschluss von Verfügungen, die mit einer bestimmten verwaltungsinternen Software abgewickelt werden. Ein Großteil der Arbeit erfolgte also am Computer. Sehr aufwändig und zeitintensiv gestaltete sich das Eingeben der Texte. Da ich nicht in Maschineschreiben ausgebildet war, musste ich mich mit dem “Zwei-Finger-Suchsystem” begnügen. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, während der Gespräche mit den Betroffenen die wichtigsten Einzelheiten kurz zu notieren.

Berufliche Weiterbildung an der Volkshochschule

Ich entschloss mich daraufhin – selbständig und ohne finanzielle Unterstützung meines Arbeitgebers – zwei Kurse bei der Volkshochschule zu besuchen, die jeweils in den Abendstunden stattfanden. Ich belegte die Kurse “Tastschreiben am PC” und “Stenografie”, diese fanden jeweils zweimal wöchentlich für zwei Stunden statt. Sie waren für einen Zeitraum über sechs Monate angelegt.

Der Kurs “Tastschreiben am PC” machte mir anfangs überraschenderweise mehr Schwierigkeiten als der Stenografie-Kurs. Das Schreiben im Zehn-Finger-System wird nämlich von Anfang an so gelehrt, dass man gezwungen wird, nicht auf die Tastatur zu sehen. Die anfängliche Langsamkeit dieses Systems kostete mich viel Geduld. Mit der Zeit begannen sich jedoch erste Erfolge einzustellen, wobei ich aber anmerken muss, dass ein Kurs in Maschineschreiben sehr viel Geduld und häusliche Nacharbeit in Anspruch nimmt. Ich musste mich vor allem bei der Arbeit immer wieder zwingen zu versuchen, nicht auf die Tastatur zu sehen.

Tastschreiben mit zehn Fingern

Nach ungefähr drei Monaten war ich so weit, dass ich ausschließlich im Zehn-Finger-System Texte am PC eingab. Die Schnelligkeit stellte sich schon nach kurzer Zeit ein und ich bemerkte, dass ich für das Tippen selbst immer weniger Zeit aufwenden musste. Ich konnte zum Schluss während der Gespräche mit Kunden – ohne auf die Tastatur oder den Bildschirm zu sehen – Eingaben machen. Vor allem machte sich die Teilnahme an dem Kurs positiv dadurch bemerkbar, dass ich die Endfassungen meiner Verfügungen – weil ich nicht mehr so viel Zeit in das Tippen selbst investieren musste – inhaltlich und stilistisch immer mehr verfeinern konnte.

Der Steno-Kurs

Der parallel laufende Stenografiekurs hat sich ebenfalls positiv auf die Erledigung meiner anfallenden Arbeiten ausgewirkt. Das Vertrautwerden mit dem fremdartig anmutenden System der Kurzschrift forderte natürlich einige Zeit und viel Übung, weil ich jedoch sehr fleißig war und sowohl im Unterricht stets aufmerksam als auch zu Hause viel an dem Thema arbeitete, konnte ich schnell gute Erfolge erzielen. Ich wurde gewiss kein Profi in der Anwendung der Kurzschrift und begann – wie viele andere auch – mir meine eigenen Kürzel zu entwickeln, die nicht der Norm entsprechen. Vor allem aber bei Gesprächen und für kurze Notizen am Telefon hat sich die Anwendung der Stenografie als ein außerordentlich praktisches Hilfsmittel für die schnelle Erledigung insbesondere von Routinearbeiten herausgestellt.

Fazit

Beide Unterrichtseinheiten liefen in der “klassischen” Unterrichtsform ab. Eine Lehrkraft vermittelte die Inhalte, pro Kurs waren durchschnittlich fünf bis zehn Schüler anwesend. Diese Unterrichtsart hat mir sehr gefallen, weil sie auch den Austausch untereinander sehr förderte – was mit modernen Mitteln wie zum Beispiel virtuellen Akademien weniger gut möglich ist.

Das Erlernen des Zehn-Finger-Systems für Maschineschreiben und der Kurzschrift hat mir meine damalige Arbeit wesentlich erleichtert. Inzwischen bin ich nicht mehr in der Verwaltung beschäftigt, aber auch in meiner jetzigen freiberuflichen Tätigkeit sind mir die damals erworbenen Kenntnisse sehr wertvoll; ich möchte sie nicht missen und kann mir heute nicht mehr vorstellen, wie ich ohne sie zurechtgekommen bin.


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