Der technische Fachwirt
In diesem Beitrag geht es um die Fortbildung im technischen Bereich. Der Autor beschreibt seinen Werdegang und wie er mithilfe einer Weiterbildung zum technischen Fachwirt seinen Wunschjob bekam.
Ein Erfahrungsbericht von Klaus Detlefsen
Ausbildung zum Werkzeugmechaniker
Kurz vor Abschluss meiner Ausbildung zum Werkzeugmechaniker, Fachrichtung Formentechnik, kam damals unser Meister zu mir und sagte mir, dass ich von der Firma nicht übernommen werden könnte. Ich war schockiert. Bislang war ich immer gerne in meinen Betrieb gegangen, der spezielle Werkzeuge herstellt, die benötigt werden, um Metalle und Kunststoffe in passgenaue Formen zu bringen. Unsere Aufgabe war es nun, diese Werkzeuge zum Biegen, Stanzen und Schneiden herzustellen.
Meine Prüfung schaffte ich trotzdem mit Auszeichnung, wenn auch einem dicken Kloß im Magen, denn danach stand ich erst mal auf der Straße. Im weiteren Umkreis gab es keinen Fachbetrieb für Werkzeugmechaniker. Nach drei Monaten fand ich schließlich 150 km von meinem Heimatort entfernt eine Stelle. Also zog ich um.
Weiterbildung technischer Fachwirt
Zwei Jahre später hörte ich zufällig über einen Bekannten, dass er in meinem alten Betrieb eine Stelle bekommen hatte, sogar in leitender Funktion, weil er seinen technischen Fachwirt gemacht hatte. Und künftig würde das Unternehmen noch mehr technische Führungskräfte brauchen.
Ich überlegte nicht lange und trat in Kontakt mit meinem alten Meister. Der bestätigte mir, was mein Bekannter gesagt hatte und versprach, sich bei der Geschäftsleitung näher zu erkundigen. Eine Woche später rief er mich abends zu Hause an. Das Unternehmen war bereit, mir eine Einstellungsgarantie zu geben und sich auch finanziell an den Kosten der Weiterbildung zu beteiligen, wenn ich besonders gut abschließen würde.
Zum einen war das ein unheimlicher Druck, zum anderen aber auch eine Riesenchance: eine feste Stelle mit Langzeitperspektive, Rückkehr in die alte Heimat zur Familie und den Freunden. Das alles brachte mich schwer zum Nachdenken. Meine Freundin wohnte immer noch in meiner alten Heimat und wegziehen wollte sie nicht. Also entschied ich mich dafür, die Weiterbildung im Abendstudium zu machen.
Der Weg zum technischen Fachwirt
Die Weiterbildung zum technischen Fachwirt bedeutete zwei Jahre lang Büffeln, wenn man eigentlich sonst gemütlich vor dem Fernseher gehangen und sich nach getaner Arbeit entspannt hatte. Auch so manches Wochenende ging dabei drauf, wenn Prüfungen anstanden und ich einfach Zeit am Stück brauchte, um mich vorzubereiten. Nicht selten hatten wir auch Lehrveranstaltungen am Samstag.
Ich lernte mit maximal fünf Stunden Schlaf auszukommen und meine Mittagspause im Betrieb verbrachte ich nun mit der Nase in den Büchern statt beim Kartenspiel mit den Kollegen. Das brachte mir den Spitznamen Klaus, der Bücherwurm, ein.
Hätte ich am Anfang gewusst, wie groß die Doppelbelastung Arbeiten und berufliche Weiterbildung tatsächlich ist, ich hätte wahrscheinlich sofort die Flinte ins Korn geworfen. Aber nun war ich mittendrin und aufhören kam natürlich nicht in Frage. Wenn meine Freundin mich in dieser Zeit nicht so toll unterstützt hätte, ich weiß wirklich nicht, ob ich es durchgehalten hätte. Sie kam jedes Wochenende zu mir, fragte mich ab oder sagte, dass es jetzt mal Zeit für ein bisschen frische Luft sei. Einfach toll!
Inzwischen sind wir verheiratet und haben zwei Kinder. In meinem alten Betrieb bin ich jetzt Produktionsleiter geworden und freue mich jeden Tag, dass ich die Weiterbildung zum technischen Fachwirt damals gemacht habe!
Wir bedanken und bei Klaus Detlefsen, dass er seine Erfahrungen mit den Lesern von kurse-weiterbildung.de teilt.
