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Autodidaktisches und informelles Lernen

Unter Lernen versteht man üblicherweise das Pauken aus Büchern und Skripten oder die Anwesenheit im Unterricht. Doch ebenso existiert das informelle Lernen. Die Wichtigkeit dieser Form autodidaktischen Begreifens ist nicht zu unterschätzen.

Bildung und Weiterbildung

Mädchen mit Netbook

© PantherMedia/ Mirko Milovanovic

Das Angebot an Bildung ist in unserer Gesellschaft sehr groß und wird von der Allgemeinheit gefördert. Bis vor dem Studium ist der Besuch von öffentlichen Schulen kostenlos. Wer seinen Schulabschluss über den zweiten Bildungsweg nachholt bzw. verbessert, kann sogar mit Geldmittel vom Staat rechnen. Ebenso beteiligt sich der Staat an der Fortbildung Berufstätiger.
Eine große Palette kostenpflichtiger wie kostenloser Bildungsangebote wartet darauf genutzt zu werden. Dabei handelt es sich in so gut wie allen Fällen um eine Form der Bildung, die genau strukturiert ist, die von Bildungseinrichtungen systematisch organisiert wird und zu einem vorzeigbaren Abschluss führt. Hierzu zählt sowohl der Anwesenheitsunterricht wie auch die Teilnahme an Fernlehrgängen.

Autodidaktisches Lernen mit System

Die Fortbildung in Eigenregie kann zu den gleichen Ergebnissen wie der Besuch einer Bildungseinrichtung führen. Nur dass eben kein Zeugnis ausgestellt wird. Die Motivation für solche Bildungsanstrengungen kann neben dem reinen Interesse auch eine Verbesserung der Qualifikation sein. Es ist schließlich nicht immer wichtig, ein Zeugnis vorzulegen. Gut qualifizierte Arbeitskräfte zum Beispiel brauchen nicht jede einzelne Weiterbildungsaktivität belegen, auch wenn es für zukünftige Bewerbungen sinnvoll ist. Doch nicht jeder Berufstätige steht unter dem Druck, sein Wissen eines Tages belegen zu müssen.
Der informationstechnische Bereich wäre ein Bildungszweig, für den sich das nicht formale autodidaktische Lernen immer wieder eignet. Es fällt auch aus zeitlichen Gründen meist schwer, sofort die Fortbildungs-Schulbank zu drücken, sobald die neue Version eines Programms auf den Markt gekommen ist. Das eigenständige Durcharbeiten von Fachbüchern oder Video-Schulungen ist da nicht selten die bessere Alternative.

Ein Abschlusszeugnis müsste man sich schon selbst ausstellen. Dennoch wird wohl oftmals ähnlich strukturiert vorgegangen, wie bei einer Fortbildung in einer Bildungseinrichtung.
Nicht formales Lernen funktioniert natürlich auch auf anderen Gebieten als Programmiersprachen oder Grafikanwendungen. Von Qualitätsmanagement über Marketing-Controlling bis hin zur Anwendung homöopathischer Medizin lässt sich vieles systematisch lernen, was in Fachbüchern oder anderen Unterlagen steht.

Informelles Lernen

Weniger geplant und strukturiert funktioniert das informelle Lernen. Dieses beginnt meist in der Kindheit. Als Erstes ist hier die Sprachkompetenz zu nennen, die von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben wird. Diese ist für einen erfolgreichen Weg durch die Bildungseinrichtungen wie auch das autodidaktische Lernen unverzichtbar. Schließlich wird Wissen vor allem durch die Sprache vermittelt.
Auch Fremdsprachen wird man sich häufig nicht ausschließlich im Unterricht aneignen. Filme und Serien in der Originalsprache anzusehen – und zwar fast ausschließlich zu Unterhaltungszwecken – führt ebenso zu Lernerfolgen wie das Lesen fremdsprachlicher Publikationen wie Zeitschriften oder Internetseiten.

Informelles Lernen auf beruflicher Ebene wird sogar als entscheidend angesehen, besonders wenn es um das Bewerben geht. Die Lernanstrengung selbst wird indirekt nachgewiesen, und zwar durch die Berufserfahrung. Dennoch ist sie oftmals der ausschlaggebende Faktor, warum ein Kandidat die Stelle erhält. Durch die tägliche Arbeit lernt man nicht selten sehr viele fachlich relevante Dinge.
Problemstellungen im Berufsalltag können oft erst gelöst werden, wenn man sich kurz mal erkundigt wie dies oder jenes geht. Man sichert seine Entscheidungen ab, indem erst die Meinung der Rechtsabteilung angehört wird. Man frägt bei Kollegen nach, wie sie etwas handhaben, sei es beispielsweise im handwerklichen Bereich oder in der Buchhaltung. Oder man liest einfach mal etwas in herumliegender Fachliteratur nach bzw. sucht im Internet nach den Informationen. Dafür gibt es nicht jedes Mal ein Zertifikat. Doch Arbeitgeber wissen diese Form informellen Lernens, das sich in mehr- bis langjähriger Berufserfahrung ausdrückt, ganz besonders zu schätzen.




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